Campst du noch oder glampst du schon?

Campst du noch oder glampst du schon?

ARAG Experten mit interessanten Informationen f?r Camper und Glamper

Ob schn?des Camping oder luxuri?ses Glamping: Rund 13 Millionen Deutsche sind echte Camping-Fans und ziehen Natur und Freiheit dem klassischen Hotelurlaub vor. Folglich steigen auch die Neuzulassungen von Reisemobilen und Caravans rasant an: Mit ?ber 12.000 neuen Freizeitfahrzeugen verzeichnete die Reisemobilbranche allein im April 2024 einen Zuwachs von ?ber 20 Prozent. Anlass genug, einen Blick auf die juristische Seite von Camping und Co. zu werfen. Zum Campingtag am 21. Juni haben die ARAG Experten einige wichtige Urteile und Fakten zusammengetragen.

Wie schnell darf ich mit Wohnwagen und Wohnmobil fahren?
F?r Pkw mit Wohnwagen-Anh?nger gilt laut ARAG Experten grunds?tzlich eine H?chstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern (km/h). Wer schneller fahren will, kann aber eine Tempo-100 km/h-Zulassung beantragen. Mit dieser Sonderzulassung gilt – wie der Name schon verr?t – eine maximale Geschwindigkeit von 100 km/h. Doch es gibt einige Voraussetzungen laut der Ausnahmeverordnung zur Stra?enverkehrsordnung, wie z. B. ein Maximalgewicht von 3,5 Tonnen, hydraulische Sto?d?mpfer oder h?chstens sechs Jahre alte zugelassene Reifen am Wohnwagen mit dem Geschwindigkeitsindex L.

Die zugelassene Geschwindigkeit f?r Wohnmobile ist laut ARAG Experten abh?ngig vom Gewicht des Gef?hrts: Bis 3,5 Tonnen ohne Anh?nger darf auf der Autobahn das Gaspedal durchgedr?ckt werden; hier gibt es keine Geschwindigkeitsbeschr?nkung. Auf der Landstra?e gilt Tempo 100. Mit Anh?nger sind allerdings nur 80 km/h erlaubt. Wiegt das mobile Heim mehr als 3,5 Tonnen, sind ohne Anh?nger auf der Autobahn 100 km/h und auf der Landstra?e 80 km/h erlaubt. Mit Anh?nger sind auf der Autobahn 80 km/h, auf Landstra?en sogar nur 60 km/h zul?ssig.

Wo darf ich das Reisemobil abstellen?
Wer in seinem Camper oder Caravan au?erhalb von Campingpl?tzen ?bernachten m?chte, sollte sich vorher gut informieren, wo man wie lange stehen bleiben darf, denn Wildcampen ist in den meisten L?ndern absolut tabu und wird mit hohen Bu?geldern bestraft. In Deutschland darf man eine Nacht in seinem Reisegef?hrt am Stra?enrand von ?ffentlichen Stra?en verbringen, um seine Fahrt?chtigkeit wiederherzustellen. Doch die ARAG Experten warnen: Der ausgesuchte Stellplatz muss auch explizit f?r Wohnmobile erlaubt sein. Und man sollte nat?rlich weiterfahren, sobald man ausgeschlafen hat.

Geht es um das dauerhafte Parken, hat so mancher Caravan- und Wohnmobilbesitzer seine liebe Not, einen geeigneten Stellplatz zu finden. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass das Abstellen von Reisemobilen auf allgemein zug?nglichen Stra?en in der Stra?enverkehrsordnung (StVO) geregelt ist (Paragraf 12 Absatz 3b). Danach darf ein abgekoppelter Wohnwagen nicht l?nger als 14 Tage auf ?ffentlichen Stra?en und Pl?tzen abgestellt werden. Wer das Verbot missachtet, muss 20 Euro Strafe zahlen. Angekoppelte Caravans und Wohnmobile d?rfen hingegen zeitlich unbegrenzt abgestellt werden, solange sie zugelassen sind. Wiegt das Wohnmobil allerdings mehr als 7,5 Tonnen, sieht die StVO eine Einschr?nkung beim Parken vor: Damit darf innerhalb geschlossener Ortschaften in Wohngebieten und Erholungsgebieten in der Zeit von 22 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen nicht geparkt werden.

Achtung Tunnel!
Ein Wohnmobil ist nicht nur breiter als ein normaler Pkw, sondern auch h?her. Vor allem mit verbauten Alkoven erreichen Fahrzeuge deutlich ?ber drei Meter. Wer diese Dimensionen nicht gew?hnt ist, sollte besondere Vorsicht im Verkehr walten lassen. In Alleen mit Baumbestand k?nnten tiefh?ngende ?ste f?r Kratzer auf dem Dach sorgen und auch einige vor allem ?ltere Tankstellen haben sehr niedrige Decken im Au?enbereich, so dass es knapp werden k?nnte. Auch Tunnel und Unterf?hrungen sind oft h?henbegrenzt. Entsprechende Warnhinweise sollten auf keinen Fall ignoriert werden. Die ARAG Experten verweisen auf einen konkreten Fall, in dem sich ein unge?bter Wohnmobilfahrer um ganze 60 Zentimeter versch?tzt hatte und prompt mit seinem ?ber drei Meter hohen Wohnmobil in einer 2,50 Meter hohen Unterf?hrung h?ngengeblieben war. Den Schaden von rund 10.500 Euro sollte ihm seine Kaskoversicherung erstatten. Doch die weigerte sich aufgrund grober Fahrl?ssigkeit. Pech f?r den Wohnmobilisten-Neuling, denn auch die Richter waren der Ansicht, dass er die erforderliche Sorgfalt verletzt habe. Er hatte gleich mehrere Hinweisschilder ?bersehen, die auf die H?he der Unterf?hrung hinweisen (Oberlandesgericht Oldenburg, Az.: 3 U 107/05).

Wo vier Personen draufstehen, m?ssen auch vier Personen reinpassen
Wer ein f?r vier Personen zugelassenes Wohnmobil kauft, darf laut ARAG Experten auch davon ausgehen, dass vier Personen Platz finden. Und zwar ohne, dass dadurch der im Heck vorhandene Stauraum nur noch eingeschr?nkten Platz bietet. In einem konkreten Fall konnte ein neu gekauftes Wohnmobil nur von vier Insassen genutzt werden, wenn gleichzeitig der Stauraum nicht ganz vollgeladen wurde, da sonst das zul?ssige Maximalgewicht ?berschritten worden w?re. Gep?ck oder Menschen – in dieser Entscheidung sahen auch die Richter einen Sachmangel, so dass der K?ufer vom Kaufvertrag zur?cktreten durfte (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Az.: 26 U 31/14).

Ersatz-Womo nach einem Unfall?
Ist man nicht der Verursacher eines Unfalls, hat man gute Chancen, nicht nur ein Ersatzfahrzeug f?r ein kaputtes Wohnmobil, sondern auch die Erstattung aller anderen Kosten, die mit dem Unfall in Zusammenhang stehen, zu bekommen. Die ARAG Experten verweisen auf einen konkreten Fall, in dem ein parkendes Wohnmobil bei einem Verkehrsunfall derart besch?digt wurde, dass der anstehende Urlaub nicht damit angetreten werden konnte. Da die Womo-Tour nicht verschoben werden konnte, mietete der Besitzer kurzerhand ein Ersatzfahrzeug. Sein eigenes Wohnmobil lie? er sich nach erfolgreicher Reparatur an den Urlaubsort bringen. Die Kosten f?r Reparatur, Ersatzfahrzeug, ?berf?hrung und Taxikosten zum Ersatzfahrzeug bekam er nach kurzem Rechtsstreit von der Versicherung des Unfallverursachers erstattet (Landgericht Hamburg, Az.: 331 O 15/15).

Weitere interessante Informationen unter:
https://www.arag.de/reiseversicherung/reise-ratgeber/

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