Das Verbrechen macht keine Pause – nicht einmal während der Pandemie

Das Verbrechen macht keine Pause – nicht einmal während der Pandemie

Die European Fraud Map von FICO zeigt: In vielen L?ndern Europas steigen die Zahlen beim Kreditkartenbetrug – teilweise dramatisch

Bensheim, 15. September 2021

Highlights:

– Nur f?nf der getesteten L?nder konnten 2020 die Verluste durch Kreditkartenbetrug senken. Deutschland muss einen leichten Anstieg hinnehmen.
– Norwegen steht im Fadenkreuz der Betr?ger. Das skandinavische Land erlitt 2020 die h?chste prozentuale Steigerung bei den Verlusten durch Kreditkartenbetrug.
– “Card-Not-Present” Betrug bleibt europaweit die mit Abstand h?ufigste Betrugsart.

Auch in diesem Jahr ver?ffentlicht das Analytiksoftware-Unternehmen FICO seine European Fraud Map, eine ?bersicht der Entwicklungen im europ?ischen Kreditkartenbetrug. Dabei zeigt sich auf der in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Euromonitor erstellten Karte f?r das Jahr 2020, dass trotz der globalen Corona-Pandemie einige europ?ische L?nder ihre Verluste durch Kreditkartenbetrug signifikant senken konnten. Allerdings gibt es auch zahlreiche L?nder, bei denen der Trend genau in die Gegenrichtung geht.

Die Gefahr im Norden

Gerade Norwegen steht aktuell massiv im Fadenkreuz der Finanzkriminellen. Denn w?hrend die Entwicklung in der Vergangenheit durchaus positiv war, ist der Verlust durch Kreditkartenbetrug im vergangenen Jahr durch einen massiven Betrugsfall auf umgerechnet ?ber 21,6 Mio. Euro gestiegen. Das entspricht einer Zunahme von knapp 46 Prozent seit 2017. Insgesamt hat in Norwegen auch, wie fast ?berall, der sogenannte “Card not present”-Betrug (CNP) den gr??ten Anteil am gesamten Betrugsvolumen. Auch der gro?angelegte Angriff st?tzte sich auf CNP-Betrug nach Phishing-Attacken. Der Vormarsch von CNP-Betrug in den vergangenen Jahren l?sst sich auf das starke Wachstum im Online-Shopping zur?ckf?hren, wobei zu hoffen ist, dass L?sungen wie 3D-Secure dazu beitragen, diese Entwicklung zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

3D-Secure ist ein Verfahren, das im Online-Handel die Sicherheit bei Bezahlungen mit Kreditkarten erh?hen soll. Urspr?nglich wurde das Verfahren von der Kreditkartenorganisation VISA f?r ihren eigenen Dienst “Verified by Visa” entwickelt. Die Standardorganisation EMVCo standardisierte es dann. Bei 3D-Secure handelt es sich um eine mit dem Kartenherausgeber durchgef?hrte Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Deutschland optimiert den Kampf gegen CNP-Betrug

Die Bundesrepublik erlebte in den vergangenen 14 Monaten einen wahren Digitalisierungsschub bei Zahlungen im Handel. W?hrend Deutschland traditionell eine der wenigen letzten Bastionen des Bargelds ist, geht der Trend mittlerweile – vor allem dank des gestiegenen Fokus auf kontaktloses Zahlen – hin zur Zahlung mit Debit- und Kreditkarten. Selbst kleine Gesch?fte wie Kioske oder B?ckereien bieten mittlerweile kontaktlose Zahlung an. Und auch der E-Commerce boomt seit Beginn der Pandemie. So ist laut Auskunft des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) der Bruttoumsatz im E-Commerce 2020 von 72,6 Mrd. Euro auf 83,3 Mrd. Euro gestiegen – ein Plus von 14,6 Prozent.

Leider wirken sich diese Entwicklungen auch auf den CNP-Betrug aus. Denn dieser befindet sich seit einiger Zeit wieder stark im Aufwind und erzielte im vergangenen Jahr mit 106,3 Mio. Euro Gesamtvolumen ein neues Allzeit-Hoch bei den Verlusten.

“Doch im Gegensatz zu einigen anderen europ?ischen Staaten hat Deutschland bereits begonnen, darauf zu reagieren. Deutschland hat einen der gr??ten Zuw?chse bei der Teilnahme am FICO Falcon Intelligence Network, dem weltweit f?hrenden Konsortium zur Bek?mpfung von Betrug im Zahlungsverkehr, zu verzeichnen”, erkl?rt Jens Dauner, der die Aktivit?ten von FICO in Deutschland leitet. “Damit setzen deutsche Banken auf den Einsatz von bew?hrten Analytik-Tools und L?sungen aus anderen L?ndern, die dort bereits zu sinkenden Betrugsraten gef?hrt haben. Diese Entwicklung ist ?u?erst positiv und gibt Deutschland die Chance in Zukunft noch erfolgreicher zu sein – vorausgesetzt, dass das Momentum beibehalten wird.”

Europa trotzt der Pandemie und dem Betrug

Auch wenn die Corona-Pandemie viele L?nder in Europa und weltweit vor gro?e Herausforderungen stellt, l?sst sich doch sagen, dass trotz des Kampfes gegen das Virus auch der Kampf gegen Kreditkartenbetrug immer noch mit harten Bandagen gef?hrt wird. Denn obwohl viele L?nder zumindest ein geringes – oder im Falle Norwegens sogar ein gro?es – Wachstum der Betrugsverluste erleiden mussten, konnten die absoluten Verluste europaweit doch um immerhin 62 Mio. Euro im Vergleich zu 2019 gesenkt werden. Dies verdanken wir vor allem Gro?britannien, das seine Betrugsverluste um nahezu 70 Mio. Euro reduzieren konnte. Aber auch in D?nemark sind die Ergebnisse des Kampfes gegen Kreditkartenbetrug mit einer Senkung des Betrugsvolumens von immerhin rund 21 Mio. Euro gut sichtbar.

Die detaillierten Entwicklungen rund um die verschiedenen Kreditkarten-Betrugsarten in Europa k?nnen Sie hier genauer betrachten.

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