Liquiditätsrisiko durch COVID-19 in Europa gewachsen

Liquiditätsrisiko durch COVID-19 in Europa gewachsen

Leverage Experts zum Krisenmanagement der Unternehmen

Unternehmensleitungen waren hinsichtlich der Entwicklung systematischer Risiken nicht ausreichend vorbereitet, so das Res?mee des Beratungsunternehmens Leverage Experts zum Krisenmanagement vieler Unternehmen in der Pandemie. Um die besten Strategien zu finden, m?ssen die besonderen Insolvenzrisiken bekannt sein, die COVID-19 f?r Branchen und Unternehmen darstelle. Bisherige Kreditrisikomodelle seien an ihre Grenzen gesto?en. Umso wertvoller werden Daten ?ber sektorspezifische Forderungsausf?lle.

Angesichts der Marktlage in den letzten Monaten waren sich die Analysten einig, dass versp?tete Zahlungen erheblich zunehmen w?rden. Diese intuitive Vorhersage wurde von aktuellen Markttrends best?tigt. Experten waren jedoch von der Ausdehnung des Ph?nomens in ganz Europa ?berrascht. Der Sidetrades Unpaid Invoice Tracker basiert auf einer statistischen Analyse von 26 Millionen Rechnungen – das entspricht B2B-Transaktionen von ?ber 3,7 Millionen Unternehmen in H?he von 54 Milliarden Euro. Die Auswertung zeigt: Seit dem 11. M?rz 2020 war die Rate unbezahlter Rechnungen in Gro?britannien um 23 Prozent, in den Niederlanden um 26 Prozent, in Belgien um 44 Prozent, in Spanien um 52 Prozent, in Frankreich um 56 Prozent und in Italien um 80 Prozent gestiegen. Laut Sidetrades Unpaid Invoice Tracker verzeichnete Gro?britannien zehn Tage nach der Ausstellung am 2. Mai mit 43 Prozent einen H?chststand an nicht bezahlten Rechnungen. Dies war der h?chste Wert unter den sechs von Sidetrade erfassten L?ndern.

Kreditrisiko aggregiert die Wertsch?pfungskette

Zus?tzliche Treiber, wie wirtschaftliche Trends bei den Verbrauchern, regionale Aspekte und der Grad der Einbettung des Unternehmens in nationale und internationale M?rkte seien unbedingt zu ber?cksichtigen, mahnt Kolja A. Rafferty von Leverage Experts, der sich auf Turnaround und Krisenmanagement in Situationen des schnellen Wandels (SRC) konzentriert. Eine gr?ndliche Analyse und genaue ?berwachung kritischer Key Performance Indicators (KPIs) seien von gr??ter Bedeutung. Relevante KPIs betreffen die Liquidit?t des Unternehmens und umfassen Forderungen, Kassenbestand, aktuelle Quote und aktuelle Vertriebspipeline. Nicht zuletzt sei die Marktbeobachtung ein wichtiges Instrument zum Verst?ndnis der spezifischen Risiken. Szenarioplanung und Stresstestannahmen sind wesentliche Instrumente, um durch die Krise zu f?hren. In der gegenw?rtigen Situation k?nnen Investitionen verschoben, Einstellungen eingefroren und – wenn sich die Situation versch?rft – die Verbindlichkeiten genauer und mit Vorsicht verwaltet werden.

Die Pandemie beschw?rt neue Szenarien

Fr?he Vorhersagen eines moderaten wirtschaftlichen Erfolgs mit vollst?ndiger Erholung bis Ende 2020 wurden mittlerweile durch komplexere Analysen mit verschiedenen neuen Variablen ersetzt. Zu den treibenden Kr?ften f?r zuk?nftige Szenarien z?hlen der Erfolg bei der Bek?mpfung der Ausbreitung von Pandemien und die daraus resultierende Lockerung der Beschr?nkungen, die Verf?gbarkeit von Impfstoffen und die Bewertung des Schweregrads der Pandemie-Wellen.
COVID-19 fordere, so Rafferty, Unternehmen nicht nur auf Kapitalmarktebene, sondern auch auf operativer Ebene durch eine unterbrochene internationale Lieferkette, sinkende Nachfrage, abwesende Mitarbeiter, Handelsbeschr?nkungen, Lockdown-Logistik, Homeoffice, verlangsamte ?ffentliche Verwaltung und verringerte Verbrauchernachfrage heraus. Dieser grundlegende wirtschaftliche Wandel zwingt Unternehmer, Banken und Investoren, sich schnell an die Situation anzupassen, um das langfristige ?berleben der Unternehmen sicherzustellen. Es wird erwartet, dass die Wirtschaft in einer “neuen normalen” Post-COVID-19-Realit?t ein risikobalanciertes Gleichgewicht findet.

Keywords:Krisenmanagement, Forderungsausf?lle, Key Performance Indicators (KPIs), Insolvenzrisiken, Liquidit?tsrisiko

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