Mit der Überdruck-Sauerstoff-Therapie Leben retten

Mit der Überdruck-Sauerstoff-Therapie Leben retten

FDP-Innenpolitikerin Sandra Bubendorfer besuchte Spezialabteilung der berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau

MURNAU – Wenn sich Menschen mit Rauchgas vergiften, kann die Hyperbare Sauerstofftherapie lebensrettend sein. Die FDP-Innenpolitikerin Sandra Bubendorfer-Licht (Ampfing), Sprecherin der Fraktion f?r Katastrophenschutz und Bev?lkerungshilfe, hat sich mit einer liberalen Delegation in der Druckkammer der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau ?ber die Therapie informiert. Chefarzt Prof. Dr. Steffen Wirth und HBO-Oberarzt Dr. Holger Sch?ppenthau stellten die Hyperbare Oxygenation (HBO) vor, in der Patienten hundertprozentigen, medizinisch reinen Sauerstoff unter einem erh?hten Umgebungsdruck f?r einen definierten Zeitraum einatmen.

Seit Juli 2020 verantwortet Chefarzt Prof. Wirth die Geschicke der mitarbeiterstarken Abteilung f?r An?sthesie, Intensiv- und Schmerzmedizin. Mehr als 75 ?rztinnen und ?rzte z?hlen zu seiner Abteilung, die Murnauer Druckkammer ist ein Teilbereich davon. Laut HBO-Oberarzt Dr. Holger Sch?ppenthau hat die Klinik wegen der vielen Seen in der Umgebung h?ufig mit Unf?llen von Wassersportlern zu. Die verungl?ckten Taucher werden in der Murnauer Druckkammer behandelt. Nach Angabe des Oberarztes wird in der Kammer ein ?hnlicher Druck aufgebaut, wie er in etwa 14 bis 20 Meter Wassertiefe herrscht. Unter diesen Bedingungen atmen die Patienten f?r eine bestimmte Zeit reinen Sauerstoff ein, wodurch sich die gel?ste Sauerstoffmenge im Blut enorm erh?ht. “Auch diverse andere Krankheitsbilder k?nnen wir durch die Hyperbare Oxygenation sehr gut behandeln wie z.B. Kohlenmonoxid-Vergiftungen, schwere Knochen-Weichteil-Verletzungen oder -Infektionen, Problemwunden wie das diabetische Fu?syndrom oder Bestrahlungssch?den”, so Sch?ppenthau.

Das Betreiben der Druckkammern rund um die Uhr an 7 Tagen in der Woche ist in diesem Umfang einzigartig im S?ddeutschen Raum, weshalb die Therapie laut Chefarzt Prof. Dr. Steffen Wirth auch ein Grund f?r viele Patientenverlegungen ist. Deutschlandweit gibt es derzeit nur 26 Druckkammerzentren, von denen aber lediglich 7 eine so schnelle Erreichbarkeit rund um die Uhr inklusive intensivmedizinischer Versorgung in der Druckkammer sicherstellen k?nnen, so dass Murnau mit zwei Druckkammern eine wichtige Rolle im s?ddeutschen und ?sterreichischen Raum einnimmt. In der gro?en 60 Tonnen schweren Druckkammer k?nnen bis zu acht Personen sitzen oder zwei im Bett liegende Patienten zusammen mit zwei sitzenden Patienten therapiert werden.

Post-Covid-19
Laut Prof. Wirth werden Patienten mit schwerem Corona-Krankheitsverlauf als letzte Behandlungsoption auf der 42 Betten z?hlenden Intensivstation in der BGU Murnau mit einer Herz-Lungen-Maschine im ECMO-Verfahren behandelt. Dabei werde das Blut au?erhalb des K?rpers mit Sauerstoff angereichert und von Kohlendioxid gereinigt. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht sprach in der Diskussion die Frage an, die im Innenausschuss des Deutschen Bundestages bereits eine gro?e Rolle spielt: “Wie kann genau nachgewiesen werden, dass sich der Angestellte im Dienst angesteckt hat?” Demnach m?ssen die verschiedenen Berufsgruppen genau nachweisen k?nnen, dass sie sich w?hrend der Dienstzeit mit dem Virus angesteckt haben.
Prof. Dr. Steffen Wirth sch?tzt die Zahl der anerkannten Berufserkrankungen in Folge einer Covid-19 Infektion bis zum heutigen Tag bundesweit auf etwa 4.000 Menschen. “Post-Covid wird uns ?ber Jahrzehnte mit enormen Auswirkungen verfolgen”, betont der Chefarzt.

Ein Post-Covid-Programm sei deshalb seit Anfang des Jahres in den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken etabliert worden. Es richte sich an alle Unfallversicherungstr?ger, die Versicherte mit Langzeitfolgen zur weiteren Diagnostik- und Therapieplanung in Murnau vorstellen wollen. Gemeinsam mit den Betroffenen werde in einer interdisziplin?ren Sprechstunde ermittelt, ob sie am station?ren Post-Covid-Programm teilnehmen oder ein anderes Reha-Verfahren wahrnehmen k?nnen.
Auch hier k?nnte die Behandlung in der Druckkammer eine Rolle spielen, dies soll zuk?nftig wissenschaftlich auch in der BGU Murnau untersucht werden: Das Post-Covid-19-Rehabilitatiosprogramm mit hyperbarer Sauerstofftherapie k?nnte f?r Patienten geeignet sein, die w?hrend der Infektion an Atemwegserkrankungen, Funktionsst?rungen der inneren Organe und des Nervensystems gelitten haben, so der Chefarzt.

“Als Mitglied des Klinikkonzerns der BG Kliniken ist die BG Unfallklinik Murnau im s?ddeutschem Raum von herausragender Bedeutung f?r die Akutversorgung schwerstverletzter Patienten mit sogenannten Polytraumen und ist in das Verfahren der gesetzlichen Unfallversicherung eingebunden”, erkl?rt Christian Schroth, der kaufm?nnische Direktor der Klinik.
Als eines der gr??ten Traumazentren der Maximalversorgung in Deutschland genie?t die BG Unfallklinik Murnau ?berregionale und internationale Top-Reputation und ist mit rund 2.200 Mitarbeitern der gr??te Arbeitgeber im Landkreis und der Umgebung. In Murnau werden Patienten von der Erstversorgung am Unfallort bis zur erfolgreichen sozialen und beruflichen Wiedereingliederung aus einer Hand versorgt. Gem?? dem Grundsatz der gesetzlichen Unfallversicherung “mit allen geeigneten Mitteln” finden Patienten hier eine ganzheitliche medizinische Versorgung auf h?chstem Niveau. In einem ganzheitlichen Therapieansatz arbeiten die chirurgischen Fachabteilungen gemeinsam mit hochspezialisierten medizinischen Abteilungen, Therapeuten und Pflegepersonal fach?bergreifend, interprofessionell und interdisziplin?r zusammen. Dabei wird von Anfang an Wert auf die integrierte Rehabilitation gelegt. Schwerpunkt und Ziel der Behandlungen ist die Therapie aller Unfallfolgen und die erfolgreiche Wiedereingliederung ins berufliche und soziale Umfeld. So verweilen Patienten in Murnau durchschnittlich mit 13,5 Tagen deutlich l?nger als in anderen Kliniken. Die Unfallklinik der Berufsgenossenschaft setzt j?hrlich rund 183 Millionen Euro um.

Bildtext: Die Druckkammer als Herzst?ck der Sauerstoff-Therapie an der BG Unfallklinik Murnau (v.l.) FDP-Kreisvorsitzende Maria Ackermann, die FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht, Prof. Dr. Steffen Wirth, Chefarzt An?sthesie, Intensiv- und Schmerzmedizin und HBO-Oberarzt Dr. Holger Sch?ppenthau.

Keywords:hyperbare Oxygenation, Druckkammer, FDP, Sandra Bubendorfer-Licht, Unfallkliinik Murnau, Sauerstofftherapie, Rauchgasvergiftung, Tauchmedizin

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