SH Netz: Forschungsprojekt VeN2uS für mehr grünen Strom

SH Netz: Forschungsprojekt VeN2uS für mehr grünen Strom

HanseWerk-Tochter Schleswig-Holstein Netz erforscht mit Partnern digital vernetzte und flexibel anpassbare Schutzsysteme f?r das Stromnetz der Zukunft

In Kooperation mit zehn Partnern aus Industrie und Wissenschaft entwickelt Schleswig-Holstein Netz (SH Netz), Teil der HanseWerk-Gruppe, in den n?chsten drei Jahren im Forschungsprojekt VeN?uS (VerNetzte NetzschUtzSysteme) ein innovatives Netzschutzsystem. VeN?uS ist mit einem Projektbudget von ?ber acht Millionen Euro ausgestattet und wird vom Bundesministerium f?r Wirtschaft und Energie (BMWi) im 7. Energieforschungsprogramm gef?rdert. Das Projektkonsortium wird von der HanseWerk-Tochter SH Netz gef?hrt und ist interdisziplin?r aufgestellt. So sind neben Verteilnetzbetreibern Leitsystem-, Kommunikationstechnik-, Schutzger?te- und Schutzpr?fger?teherstellern sowie Softwareentwickler f?r die Digitalisierung des Verteilnetzbetriebs und universit?re Partner vertreten.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, ein adaptives und vernetztes Schutzsystem zu erforschen und zu erproben, also eine Art “schlauen Wachhund”, das im Fall von Leistungsflussverschiebungen aufgrund von Erneuerbaren Energien Anlagen und Topologie-?nderungen die Schutzparameter automatisch anpasst und so den sicheren Netzbetrieb gew?hrleistet.

Benjamin Merkt, Vorstand Netztechnik der HanseWerk-Tochter SH Netz erl?utert: “Neue, digitale Sicherheitskonzepte sind f?r das zuk?nftige Stromnetz unverzichtbar. Insbesondere in unserem Netzgebiet im windstarken Norden k?nnen wir damit die Voraussetzungen f?r den weiteren Windenergie-Zubau schaffen und so die Energiewende in Schleswig-Holstein vorantreiben.”
Das neue Netzschutzsystem soll mehrere Instrumente vernetzen, wobei es ihre Datenstr?me zentral zusammenlaufen l?sst und automatisiert neue Einstellparameter berechnet, die zur aktuellen Netzsituation passen. Dazu entwickeln die Projektpartner zun?chst einen adaptiven Netzschutzalgorithmus, mithilfe dessen das System st?ndig dazulernen kann. Parallel werden resiliente und zuverl?ssige Kommunikations- und Schutzpr?fkonzepte erforscht.

Im Anschluss werden die entwickelten L?sungen im Labor und – deutschlandweit erstmalig – im Feldversuch in einem realen Verteilnetzgebiet von SH Netz, Teil der HanseWerk-Gruppe, getestet. Das Netzschutzsystem wird dort parallel zu den in den Umspannwerken und Schaltanlagen bestehenden Schutzeinrichtungen in Form eines Stand-by-Betriebs umgesetzt werden. Somit bleibt die Bestandstechnik w?hrend der Erprobung das f?hrende System. Dies stellt sicher, dass die neue Technologie die t?gliche Netzf?hrung nicht beeinflusst und dennoch an den realen Herausforderungen getestet werden kann.

“Wir werden die Mehrwerte des adaptiven Schutzsystems im Vergleich zu den Bestandseinrichtungen untersuchen und pr?fen, inwieweit wir durch den Adaptivschutz eine bessere Auslastung der Erneuerbaren im Netz ohne negative Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit erzielen k?nnen”, sagt Matthias Lorenz, Projektleiter der HanseWerk-Tochter SH Netz. “Neben den positiven Beitr?gen f?r Energiewende und Versorgungssicherheit rechnen wir mit weiteren Vorteilen f?r unseren Netzbetrieb, zum Beispiel mit ma?geblichen Effizienzsteigerungen, da unsere Teams durch die Automatisierung weniger Schutzparametrierungen und -pr?fungen vor Ort durchf?hren werden m?ssen.”

Liste der Projektpartner:
-Schleswig-Holstein Netz AG
-LEW Verteilnetz GmbH
-Siemens AG
-SAE IT-systems GmbH & Co. KG
-PSI Software AG
-OMICRON electronics Deutschland GmbH
-amperias GmbH
-IAEW – RWTH Aachen University
-COMSYS – RWTH Aachen University
-EES – Friedrich-Alexander Universit?t (FAU) Erlangen-N?rnberg
-IEET – Technische Universit?t Hamburg (TUHH)

Zur Funktion von Schutzger?ten in Umspannwerken und Schaltanlagen:
Schutzger?te sind so etwas wie die Wachhunde im Stromnetz: Sie messen und bewerten die Str?me und Spannungen in Mittel- und Hochspannungsschaltfeldern rund um die Uhr, um bei einer St?rung schnellstm?glich den fehlerhaften Bereich abzuschalten. Bislang werden diese Ger?te auf den statischen Netzzustand eingestellt und k?nnen so nicht optimal auf gro?e Ver?nderungen im Betrieb reagieren. Doch infolge der zunehmenden Integration dezentraler Erzeugungsanlagen entstehen kontinuierlich neue Einspeisepunkte mit stark schwankender Einspeiseleistung. Dadurch sind bereits heute h?ufige Netztopologie-?nderungen notwendig, also Schalthandlungen, die die physikalische Anordnung der Einspeise- und Verbrauchspunkte ver?ndern. Dies sowie gro?e Leistungsflussverschiebungen f?hren mitunter zu kritischen Zust?nden f?r die vorhandenen Schutzsysteme aufgrund derer die Erneuerbaren Anlagen abgeregelt werden m?ssen.

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