Symposium der AG Pro Biosimilars: AkdÄ-Vorsitzender Ludwig warnt vor Nocebo-Effekten bei automatischer Substitution (FOTO)

Symposium der AG Pro Biosimilars: AkdÄ-Vorsitzender Ludwig warnt vor Nocebo-Effekten bei automatischer Substitution (FOTO), Berlin (ots) –

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen
Ärzteschaft Prof. Wolf-Dieter Ludwig hat auf einem Symposium der AG
Pro Biosimilars vor “Nocebo-Effekten” im Zusammenhang mit der
automatischen Substitution gewarnt. Diese könnten auftreten, wenn
nicht mehr der Arzt den Wechsel von Originalpräparaten auf
Biosimilars begleitet, sondern ein Apotheker diesen selbstständig
bestimme. Eine entsprechende Regelung enthält das Gesetz für mehr
Arzneimittelsicherheit (GSAV), das im Spätsommer in Kraft getreten
ist und die automatische Substitution ab dem Jahr 2022 vorsieht. Eine
“nicht ausreichend durchdachte Maßnahme im GSAV”, so nannte es
Ludwig, die negative Auswirkungen auf die Therapie haben kann.

Ludwig wörtlich: “Wir haben Studien, die eindeutig auf
Nocebo-Effekte hinweisen. Aber wir haben keine Studien, die
überzeugend belegen, dass die automatische Substitution stattfinden
kann, ohne dass der therapeutische Nutzen für den Patienten
beeinträchtigt wird. Ein entsprechendes Gesetz schafft zwar
Einsparungen in Millionenhöhe, gefährdet aber die
Arzneimitteltherapiesicherheit.”

Auf der Veranstaltung mit dem Titel “Biosimilar-Markt im Umbruch:
Wie lange hält der Aufwärtstrend?” erläuterte Ludwig, wie essenziell
ein gründliches Aufklärungsgespräch zwischen Arzt und Patient in
seinen Augen für die Biosimilar-Therapie ist. Ludwig: “Wenn ein
Patient vom Original auf ein Biosimilar umgestellt werden soll,
braucht es eine zeitaufwendige Beratung, damit der Patient über die
vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit des Biosimilars informiert
wird und der neuen Therapie vertraut. Vertraut er dem neuen Präparat
jedoch nicht, kann es sein, dass es nicht wirkt und der Patient die
Behandlung abbricht.”

Eine ähnliche Position vertraten andere Teilnehmer der
Podiumsdiskussion, die zum Thema “Wie kommen Biosimilars noch
schneller in die Versorgung?” über die Relevanz von Aufklärung und
Kommunikation bei einem Wechsel sprachen. Industriepolitische
Einblicke in die Biosimilar-Produktion gaben die Diskutanten der
Frage “Wie robust ist der Standort EU?”.

Einen Überblick über die einzelnen Diskussionen des Symposiums
finden Sie unter

Veranstaltungen

Eine Patientengeschichte, die auf sehr persönliche Weise
beschreibt, wie eine Rheuma-Patientin den Wechsel vom Originalprodukt
auf ein Biosimilar erlebte, sehen Sie unter

Die AG Pro Biosimilars ist die Interessenvertretung der
Biosimilarunternehmen in Deutschland. Sie steht allen Unternehmen
offen, die Biosimilars entwickeln, herstellen und für die Versorgung
bereitstellen. Die Arbeitsgemeinschaft unter dem Dach des Pro
Generika e.V. engagiert sich für einen bedarfsgerechten Zugang der
Patientinnen und Patienten zu modernen biopharmazeutischen
Arzneimitteltherapien, für eine bezahlbare Versorgung und für faire
und nachhaltige Wettbewerbsbedingungen.

Pressekontakt:
Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars
Anna Steinbach
Leiterin Kommunikation
Tel.: (030) 81 61 60 9-60
info@probiosimilars.de / www.probiosimilars.de /

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