Wie ein Fisch im Wasser

Wie ein Fisch im Wasser

ARAG Experten erl?utern, warum Schwimmen so wichtig ist und wie man es lernt

Lange Sonnentage und keine Wolke am Himmel. Da lockt ein Sprung in den nahe gelegenen See oder eine andere erfrischende Badestelle. Doch je l?nger das Traumwetter anh?lt, desto mehr Menschen ertrinken auch bei dem verst?ndlichen Wunsch nach Abk?hlung. So ertranken 2020 laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mindestens 378 Menschen in Deutschland. Das sind zwar neun Prozent weniger als im Vorjahr, dennoch ist die Zahl deutlich zu hoch. Besonders h?ufig trifft es Kinder; denn immer weniger k?nnen schwimmen. Und diese Situation hat sich laut DLRG aufgrund der wegen Corona ausgefallenen Schwimmkurse noch verschlechtert. ARAG Experten geben daher Tipps, damit sich Kinder und Erwachsenen sicher im Wasser bewegen k?nnen.

Immer weniger Menschen k?nnen schwimmen
Schwimmen sollte zu den Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen geh?ren! Doch Deutschland wird immer mehr zu einem Nichtschwimmerland. Weit mehr als die H?lfte der Zehnj?hrigen in Deutschland kann nicht richtig schwimmen, wie eine repr?sentative Umfrage im Auftrag der DLRG zeigt. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts belegt, dass M?dchen h?ufiger und im Durchschnitt auch etwas fr?her schwimmen lernen als Jungen. Bei den ?lteren Semestern sieht es kaum besser aus. Auch fast die H?lfte der Erwachsenen sind mittlerweile keine sicheren Schwimmer. Dabei konnten noch Ende der 1980er Jahre knapp 90 Prozent der Bev?lkerung schwimmen. Warum geht diese wichtige, unter Umst?nden lebensrettende Fertigkeit verloren?

Es gibt mehrere Gr?nde: Noch in den 1960er und 1970er Jahren bauten selbst kleine St?dte und Gemeinden Hallenb?der. Hier lernte fast jedes Kind das Schwimmen – sei es beim Schwimmkurs im Verein oder w?hrend des Schulunterrichts. Doch die Gemeinden haben kaum noch die Mittel, um die in die Jahre gekommenen Frei- und Hallenb?der zu sanieren. Das trifft die Schulen. Die k?nnen allzu oft keinen Schwimmunterricht mehr erteilen, weil das n?chstgelegene Schwimmbad geschlossen hat. Die ?ffentlichen B?der m?ssen oft auch privat betriebenen Spa?b?dern weichen. Aber in Whirlpools und auf Wasserrutschen lernt man nicht schwimmen. In zahlreichen Kommunen streiten Vereine und Schwimmschulen um die wenigen Becken, die zum Schwimmenlernen geeignet sind. Wer sein Kind in den Schwimmkurs schicken m?chte, muss oft Wartezeiten oder lange Wegstrecken ?berwinden, bevor der erste Schwimmzug getan wird.

Gew?hnung ans Wasser
Wer seine Bahnen sicher durchs Becken oder den See zieht, vollf?hrt komplexe Bewegungsabl?ufe. Die muss der K?rper erst erlernen und verinnerlichen. So genannte Crash-Kurse sind also nichts f?r Kinder! Auch das Seepferdchen-Abzeichen als Ziel ist nicht ausreichend. Dass Seepferdchen zeigt, dass ein Kind nicht sofort untergeht. Dass der Tr?ger ein sicherer Schwimmer ist, der auch mit ungewohnten oder Gefahren-Situationen zurechtkommt, besagt es nicht. Ein guter Schwimmkurs hat mindestens das Freischwimmer-Abzeichen zum Ziel. Bevor ein Schwimmkurs oder der Schwimmunterricht in der Schule losgeht, ben?tigt ein Kind Vertrauen zum Wasser. Erst dann ist es bereit, sich darin aufzuhalten.

Je fr?her Eltern ihre Kinder mit dem Wasser vertraut machen, desto besser. Denn wenn sich erst einmal Angst vor dem Wasser einschleicht, ist sie nur schwer wieder loszuwerden. Die n?tige Vertrautheit mit Wasser entsteht auch durch Regelm??igkeit. Deshalb sollten Eltern – wenn m?glich – einmal pro Woche mit ihren Kleinen ins Schwimmbad oder an den See gehen. Es gibt auch Wassergew?hnungskurse f?r Ein- bis Vierj?hrige, die viele Schwimmvereine anbieten. So vorbereitet kann der Schwimmunterricht beginnen.

Schwimmen lernen – aber richtig!
Eltern sollten ihren Kindern das Schwimmen nur selbst beibringen, wenn sie dazu geschult sind, so ARAG Experten. Ausgebildete Schwimmlehrer haben Grundwissen in P?dagogik und Lernpsychologie der Kinder. Zudem bringen sie den Kindern die richtigen Bewegungsabl?ufe bei. Das ist wichtig, weil gerade beim Brustschwimmen viel falsch gemacht werden kann. Die falsche Technik kann dem kleinen K?rper mehr schaden als n?tzen.

Wie finden Eltern aber einen guten Schwimmkurs, wenn die Schule keinen Schwimmunterricht anbietet? Besonders wichtig ist es nach Auskunft der ARAG Experten, dass die Schwimmlehrer ein Zertifikat vorweisen k?nnen. Denn die Bezeichnung Schwimmlehrer ist nicht gesetzlich gesch?tzt – jeder darf sich so bezeichnen. Lizenzierte Lehrg?nge f?r Schwimmlehrer bieten z. B. der Deutsche Schwimmverband oder die DLRG an. Lerngruppen sollten nicht mehr als zw?lf Kinder gro? sein und der Kurs nicht weniger als 20 Stunden beinhalten. ?brigens: Die meisten B?der und Schwimmvereine bieten auch Schwimmkurse f?r Erwachsene an.

Weitere interessante Informationen unter:
https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/sonstige/

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