Steht das „Milliardengrab“ der Hafenwesterweiterung in Hamburg endgültig vor dem Aus?

Steht das „Milliardengrab“ der Hafenwesterweiterung  in Hamburg endgültig vor dem Aus?

Wir haben bereits mehrfach darüber berichtet, weshalb die Planungen für die Hamburger Hafenwesterweiterung nicht nur stark umstritten sind, sondern vermutlich kurz vor dem Aus stehen: Die Auslastung der bestehenden Containerliegeplätze von gerade einmal 60 Prozent spricht ebenso gegen das Projekt, wie die damit verbundene Rodung des Elbwaldes, der „grünen Lunge“ des Hafens. Der Verein Elbwald retten, Initiator der Volkspetition gegen die nicht mehr zeitgemäßen Pläne, hat jetzt brisante Zahlen vorgelegt: Demnach hat sich die Prognose des Hafenentwicklungsplans, auf dem sich der Beschluss des Ausbaus begründet, als komplett falsch erwiesen: Statt des im Jahr 2012 für das Jahr 2025 vorhergesagten Containerumschlages von 25,3 Million Standardcontainern (TEU), wurde gerade einmal ein Volumen von 8,3 Millionen Einheiten erreicht. Dies beleget eine dem Verein zugespielte und unserer Redaktion vorliegende interne Auswertungen der Hamburg Port Authority (HPA).
Franz Hermann, Vorsitzender des Vereins Elbwald retten, betonte: „Jetzt ist es an der Zeit, Konsequenzen aus der Fehlplanung zu ziehen: Spätestens nach der Absage des Bundes, sich an den für die überflüssigen neuen Containerterminals budgetierten öffentlichen Zuwendungen von 1,1 Milliarden Euro zu beteiligen, muss jetzt die Reißleine gezogen werden!“
Um deutlich zu machen, was man in Hamburg mit der immensen Summe von über einer Milliarde an Steuergeldern Sinnvolles machen könnte, hat der Umweltschutzverein eine Vergleichsrechnung erstellt: Mit diesem Geld könnte man beispielsweise entweder eine Millionen Quadratmeter Wohnraum für 20.000 Sozialwohnungen schaffen oder ganz Hamburg barrierefrei machen.
Die komplette Vergleichsübersicht haben die Elbwaldretter im abgebildeten Pictogramm zusammen gefasst.
Angesichts der nun vorliegenden neuen Zahlen, dürfte die Realisierung der Hafenwesterweiterung kaum noch umsetzbar sein. Zumal sich auch innerhalb der Hafenwirtschaft deutlicher Widerspruch regt: Denn das neue Containerterminal würde ausschließlich dem Privatunternehmen Eurogate zur Verfügung stehen. Mitbewerber wie die Container-Rederei CMA CGM sollen das als eine rechtswidrige Subventionierung einstufen und juristische Mittel dagegen erwägen. Hinzu kommt, dass es völlig unklar ist, wie die jährlich rund 200 Millionen Euro in der avisierten fünfjährigen Bauphase finanziert werden könnten. Ein entsprechendes Budget im Hamburger Haushaltes dürfte angesichts der begrenzten Finanzmittel des Stadtstaates selbst innerhalb der rot-grünen Regierungskoalition kaum mehrheitsfähig sein.

Initiative zum Schutz und zur Aufforstung des Elbwaldes

Kontakt
Verein Elbwald retten
Franz Hermann
Elbchaussee 13
22765 Hamburg
+49 40 30742065
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https://www.elbwaldretten.de